Die ArvenArche Val Müstair

Das Arvenholz (Zirbelkiefer) erinnert eher an „Grossvaterszeiten“; die ArvenArche ist seit 2002 einen innovativen Weg gegangen.

Die Idee eines gemeinsamen Marktauftrittes einiger Schreinereien des Val Müstair entwickelte sich im Sommer 2002 nach mehreren Gesprächen zwischen den Partnern der ArvenArche Val Müstair und den damaligen Leitern der movingAlpsValMüstair, Thomas Malgiaritta, Fausto de Stefani und Danilo Nussio.

In einer Zeit der marktübergreifenden Globalisierung war das Ziel in einer eher ungünstigen, geografischen Ausgangslage wie das Val Müstair ein so ehrgeiziges Projekt anzugehen, eher aussichtslos bzw. demotivierend.

Trotzdem konnten sich die 5 Unternehmen: Frars-Hohenegger SA aus Fuldera, Curdin Bott – Valchava (heute Armon Feuerstein – Valchava), Frars Fallet – Müstair, AMAR Arvenmöbel SA – Müstair sowie die Producta Marketing GmbH dazu entschliessen die Ziele des gemeinsamen Projektes ArvenArche Val Müstair zu verfolgen. Die grosszügige Unterstützung des Kantons gab dann den endgültigen Startschuss.

Dass der Arvenbaum (Zirbelkiefer) in der Region wächst und die Schreiner mit dem Konzept der ArvenArche die ganze Wertschöpfungskette im Val Müstair unterstützen konnten, war eines der Hauptziele der Partnerschaft. Das ist nach 14 Jahren immer noch so. Man legt grossen Wert auf Authentizität und garantiert dadurch die Nachhaltigkeit. Nicht nur in der Theorie, sondern in Fakten.

Andererseits war es an der Zeit sich gemeinsam an einem Tisch zu setzen und die allen Unternehmen des Val Müstair gleichen Problemfelder zu durchleuchten und den Versuch zu starten einen, unter Mitbewerber sinnvollen und gemeinsamen Weg zu gehen. Die Auslastung der Unternehmen, die Sicherung der Arbeitsplätze, die Aussicht neue Märkte ausserhalb des Val Müstair zu öffnen waren nur einige der grundlegenden Aspekte, welche in der Gründerzeit der ArvenArche genug Motivation gaben sich gemeinsam zu bewegen.

Weiters wurde die langjährige Tradition in der Verarbeitung und die gesundheitlichen Aspekte des Arvenholzes zu den Hauptverkaufsargumenten der ArvenArche: es ist u.a. wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass sich u.a. die Atmung und die Herzfrequenz in einem Arvenbett anders verhalten.

Der ArvenArche Val Müstair gelang es Ende 2002 30 nationale und internationale Designer unter Leitung von Prof. Martin Kuban der Design-Universität Bozen (Südtirol/Italien) zu überzeugen mit dem traditionellen Arvenholz neue Möbelideen in einem Designerwettbewerb einzubringen. Aus den über 40 Designvorschlägen konnten im Januar 2003 drei Möbellinien entwickelt und realisiert werden. Zurzeit werden drei Produktgruppen und diverse Sonderanfertigungen angeboten: Die Möbellinie „Carlin“, „Quarto“ und das Möbelkonzept „studiarve – Das Denkerbrett“, welches nach den Feng Shui Gesetzen konzipiert und kreiert wurde.

In der Zwischenzeit hat sich die Konstellation der Partner verändert. Curdin Bott ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten; stattdessen hat Armon Feuerstein mit seiner eigenen Firma Platz im Team der ArvenArche gefunden. 2014 wurde die ArvenArche mit dem Innovationspreis der Region Unterengadin Val Müstair ausgezeichnet. Auch dies gab wieder Ansporn an neuen Ideen zu arbeiten und mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen.

Die ArvenArche verfolgt für die kommenden Jahre eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb der 5 Partner-Unternehmen. So konnte u.a. die Auslastung der 4 Schreinerbetriebe in Zeiten von Produktions-engpässen auf alle verteilt bzw. aufgeteilt werden. Gemeinsam werden auch in Zukunft die Einkäufe von Holz, Verbrauchsmaterial, usw. getätigt, wobei sich einige der Lieferanten bereit erklärt haben die Initiative durch die Vergabe von besonderen Rabatten und Jahresendebonus zu unterstützen.

Und eine der grössten Genugtuungen bekommt die ArvenArche immer wieder, denn sie wird als Beispiel in unterschiedliche Gremien gerne als Pilot-Projekt in strukturarmen Gebieten vorgezeigt.